Anja Wicki

Illustrationen


Illustratorin und Comiczeichnerin


Anja Wicki (*1987) lebt und arbeitet als Comiczeichnerin und Illustratorin in Winterthur. An der Hochschule Luzern — Design & Kunst studierte sie Illustration Fiction und gründete während des Studiums gemeinsam mit Luca Bartulovic und Andreas Kiener das Ampel Magazin, das sie bis 2024 mit herausgegeben hat. Ihr Zeichenstil wird oft als «Ligne Claire» beschrieben: flächig, reduziert, mit wenigen Strichen auf das Wesentliche konzentriert.

2015 erhielt sie das Atelierstipendium der Städtepartnerschaft Luzern–Chicago, wo sie unter anderem die Comicserie «Meaning of Life» entwickelte. 2022 erschien bei Edition Moderne ihre Graphic Novel «in Ordnung» — die Geschichte einer jungen Frau, deren Alltag von einer psychischen Krankheit bestimmt wird. Das Buch wurde mit dem Prix Delémont'BD als bestes Schweizer Comic-Début ausgezeichnet und von der Kritik für seine feinfühlige, zurückhaltende Bildsprache gelobt. Besonders die Naturszenen — Berge, Bäche, Gras — wurden als Momente hervorgehoben, in denen man «auch als Leser:in den Kopf frei bekommt». Anja Wicki zeichnet bevorzugt von Hand und ist in ihrer Freizeit oft in den Bergen unterwegs.
 

 

 

Die Wandillustrationen in Kinderspital Zentralschweiz und der Frauenklinik


Die 38 Wandillustrationen im neuen Kinderspital und der Frauenklinik sind in Zusammenarbeit mit dem Fumetto Comic-Festival Luzern entstanden — einem der wichtigsten internationalen Festivals für Comic und Illustration. Die künstlerische Leitung des Fumetto, Lea Willimann, hat gemeinsam mit Silas Kreienbühl von Kunst im Spital, ausgehend von den Anforderungen und der Atmosphäre der Räume, drei Illustratorinnen für das Projekt vorgeschlagen: Samira Belorf, Rina Jost und Anja Wicki. Alle drei haben an der Hochschule Luzern — Design & Kunst studiert, alle drei bewegen sich zwischen Illustration, Comic und freier Arbeit, und alle drei sind dem Fumetto seit Jahren als Ausstellende und Preisträgerinnen verbunden. Was sie eint, ist ein erzählerischer Zugang zum Bild: Ihre Zeichnungen zeigen nicht einfach Motive — sie erzählen Geschichten.

Gemeinsam haben die drei das inhaltliche Konzept entwickelt: Jedes Stockwerk erzählt eine eigene Geschichte aus der Schweizer Tier- und Pflanzenwelt. Wer sich durch das Gebäude bewegt, begegnet unterschiedlichen Lebensräumen — von Wiesen und Gewässern bis zu Felsen und Berglandschaften. Die Illustratorinnen haben die Motive recherchiert, die Geschichten festgelegt und die Zeichnungen in einem einheitlichen Stil umgesetzt: linear, in Schwarz-Weiss, mit feinem Strich und viel Liebe zum Detail. Wie das gesamte Kunstprogramm des Luzerner Kantonsspitals ist auch dieses Projekt lebendig konzipiert: Das Konzept ist offen angelegt und kann im laufenden Betrieb angepasst und erweitert werden — nach Wünschen und Anforderungen der Mitarbeitenden und im Zusammenspiel mit der Dynamik des Spitalalltags.

Die Bilder zeigen Tiere und Pflanzen, die tatsächlich in der Zentralschweiz und den Schweizer Alpen vorkommen. In jeder Zeichnung steckt auch eine Wissensebene: Wer sich länger damit beschäftigt, kann daraus etwas über die heimische Flora und Fauna lernen. Über QR-Codes neben den Zeichnungen gelangt man zu einer digitalen Vermittlungsplattform mit Hintergrundinformationen zu den dargestellten Tieren und Pflanzen, zu den Illustratorinnen und zum Kunstprogramm. Die Illustrationen laden zum genauen Hinschauen ein — und dazu, die Natur vor der eigenen Haustür neu zu entdecken, auch wenn man gerade im Spital ist.

 

Weitere Infos und Arbeiten von Anja Wicki: anjawicki.ch