Rina Jost

Illustrationen

Portraitbild: Balz Kubli Fotograf


Illustratorin und Comicautorin


Rina Jost (*1987) lebt und arbeitet als freiberufliche Illustratorin und Comicautorin in Frauenfeld. 2012 schloss sie an der Hochschule Luzern den Studiengang Illustration Fiction ab. Ihr Stil ist erzählerisch und verspielt, dabei immer präzise — geprägt von einem feinen Gespür dafür, wie Bild und Text zusammenspielen. Oder wie sie es selbst formuliert: «Bild und Text ansprechend, erzählerisch und erklärend zu verknüpfen, ist eine Kunst für sich.»

Rina Jost arbeitet für Kulturinstitutionen, Verlage und Unternehmen — unter anderem für die Schweizerische Post, das Monocle Magazine, das Naturmuseum Thurgau und den NordSüd Verlag. Für die Post gestaltete sie 2020 die erste Schweizer Briefmarke mit Augmented Reality. 2013 reiste sie mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Shanghai und verarbeitete die Erfahrungen in ihrem illustrierten Reisetagebuch «Der Hase auf dem Rücken eines Elefanten» (Edition Moderne, 2016). 2023 erschien ihre Graphic Novel «WEG», ebenfalls bei Edition Moderne, die auf der Longlist der World Illustration Awards 2025 stand und für den Prix Delémont'BD nominiert wurde. 2017 erhielt sie den Kultur-Förderpreis der Stadt Frauenfeld.
 

 

 

Die Wandillustrationen in Kinderspital Zentralschweiz und der Frauenklinik


Die 38 Wandillustrationen im neuen Kinderspital und der Frauenklinik sind in Zusammenarbeit mit dem Fumetto Comic-Festival Luzern entstanden — einem der wichtigsten internationalen Festivals für Comic und Illustration. Die künstlerische Leitung des Fumetto, Lea Willimann, hat gemeinsam mit Silas Kreienbühl von Kunst im Spital, ausgehend von den Anforderungen und der Atmosphäre der Räume, drei Illustratorinnen für das Projekt vorgeschlagen: Samira Belorf, Rina Jost und Anja Wicki. Alle drei haben an der Hochschule Luzern — Design & Kunst studiert, alle drei bewegen sich zwischen Illustration, Comic und freier Arbeit, und alle drei sind dem Fumetto seit Jahren als Ausstellende und Preisträgerinnen verbunden. Was sie eint, ist ein erzählerischer Zugang zum Bild: Ihre Zeichnungen zeigen nicht einfach Motive — sie erzählen Geschichten.

Gemeinsam haben die drei das inhaltliche Konzept entwickelt: Jedes Stockwerk erzählt eine eigene Geschichte aus der Schweizer Tier- und Pflanzenwelt. Wer sich durch das Gebäude bewegt, begegnet unterschiedlichen Lebensräumen — von Wiesen und Gewässern bis zu Felsen und Berglandschaften. Die Illustratorinnen haben die Motive recherchiert, die Geschichten festgelegt und die Zeichnungen in einem einheitlichen Stil umgesetzt: linear, in Schwarz-Weiss, mit feinem Strich und viel Liebe zum Detail. Wie das gesamte Kunstprogramm des Luzerner Kantonsspitals ist auch dieses Projekt lebendig konzipiert: Das Konzept ist offen angelegt und kann im laufenden Betrieb angepasst und erweitert werden — nach Wünschen und Anforderungen der Mitarbeitenden und im Zusammenspiel mit der Dynamik des Spitalalltags.

Die Bilder zeigen Tiere und Pflanzen, die tatsächlich in der Zentralschweiz und den Schweizer Alpen vorkommen. In jeder Zeichnung steckt auch eine Wissensebene: Wer sich länger damit beschäftigt, kann daraus etwas über die heimische Flora und Fauna lernen. Über QR-Codes neben den Zeichnungen gelangt man zu einer digitalen Vermittlungsplattform mit Hintergrundinformationen zu den dargestellten Tieren und Pflanzen, zu den Illustratorinnen und zum Kunstprogramm. Die Illustrationen laden zum genauen Hinschauen ein — und dazu, die Natur vor der eigenen Haustür neu zu entdecken, auch wenn man gerade im Spital ist.

 

Weitere Infos und Arbeiten von Rina Jost: rinajost.ch

Portraitbild: Balz Kubli Fotograf