Rigi

Corinne Weidmann

Holz, lasergeschnitten nach Zeichnung, von Hand mit Acrylfarbe bemalt

Die Rigi wird seit Jahrhunderten «Königin der Berge» genannt – auf Lateinisch «Regina Montium». Nicht weil sie besonders hoch wäre: Mit 1797 Metern ist sie bescheidener als viele Alpengipfel. Aber kaum ein anderer Berg in der Schweiz liegt so spektakulär: Die Rigi erhebt sich als freistehende Halbinsel mitten zwischen drei Seen: dem Vierwaldstättersee, dem Zugersee und dem Lauerzersee. Von oben sieht es aus, als schwimme ein riesiger Berg auf dem Wasser.

Die Rigi liegt auf der Grenze zwischen den Kantonen Luzern und Schwyz und ist von Luzern aus gut sichtbar. Ihren Namen verdankt sie nicht, wie oft behauptet, dem lateinischen «Regina». Diese Erklärung wurde erst im Zuge des Tourismus erfunden. Das Wort «Rigi» kommt vielmehr aus dem Schweizerdeutschen und bedeutet so viel wie «horizontale Schichtung» oder «Streifen». Wer den Berg von der Seite betrachtet, sieht tatsächlich waagrechte Gesteinsstreifen, die sich wie Bänder durch die Flanke ziehen: Nagelfluh, ein Gestein aus zusammengepressten Kieseln und Sand, das typisch für die Voralpen ist.

Die Rigi ist ein Pionierberg. 1816 wurde das erste Gasthaus auf dem Gipfel gebaut. 1871 fuhr hier die erste Bergbahn Europas. Die Zahnradbahn von Vitznau auf die Rigi Kulm, die bis heute in Betrieb ist. Schon im 19. Jahrhundert kamen Schriftstellerinnen, Maler und gekrönte Häupter, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel zu erleben. Johann Wolfgang von Goethe war begeistert, Mark Twain schrieb über seinen Aufstieg, und der russische Schriftsteller Tolstoi nannte die Aussicht eine der schönsten der Welt.

Vom Gipfel aus sieht man in alle Richtungen: die Alpen im Süden, das Mittelland im Norden, die drei Seen ringsum. An klaren Tagen reicht der Blick bis zum Schwarzwald und zum Jura.

Auch für dieses Relief war die Künstlerin Corinne Weidmann vor Ort: Sie hat die Rigi fotografiert und gezeichnet, ihre sanfte, langgestreckte Silhouette studiert und daraus eine eigenständige Zeichnung entwickelt. Anders als die spitzen Felspyramiden der Mythen oder die steile Wand des Pilatus zeigt die Rigi eine weichere, ruhigere Form. Aus der Zeichnung entsteht das Relief an der Wand.

Weitere Infos dazu findest du in der Übersicht oder direkt bei der Künstlerin.

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