Arnika
Rina Jost
Kinderspital Zentralschweiz
Frauenklinik Hörsaal | 3. OG | 28
Die Arnika (Arnica montana), auch Bergwohlverleih genannt, gehört zu den Korbblütlern und wächst auf sauren, mageren Wiesen in den höher gelegenen Alpen und Voralpen. Ihre leuchtend goldgelben Blütenkörbe – jeder ein kleiner Stern aus zungenförmigen Blütenblättern um eine kompakte Mitte – erscheinen von Juni bis August und bringen ganze Hänge zum Leuchten.
Schon vor Jahrhunderten kannten die Menschen in den Alpen die heilende Wirkung der Arnika: Bauern und Sennen rieben sich erschöpfte Glieder mit Arnika-Tinktur ein, um Muskelkater, Prellungen und blaue Flecken zu lindern. Daher kommt vermutlich auch ihr deutscher Name „Bergwohlverleih" – die Pflanze, die vom Berg „Wohl verleiht". In der modernen Phytotherapie und in der Homöopathie ist die Arnika bis heute eines der wichtigsten Mittel bei stumpfen Verletzungen, nach Stürzen oder Operationen.
Wichtig zu wissen: Innerlich ist die frische Pflanze giftig. Verwendet wird sie ausschliesslich äusserlich – als Tinktur, Salbe oder Gel – oder in stark verdünnter homöopathischer Form, in der sie sicher angewendet werden kann. Die wirksamen Stoffe sind sogenannte Sesquiterpenlactone, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken.
In der Schweiz ist die Echte Arnika selten geworden. Düngung und Bewirtschaftungsänderungen haben ihre Bestände stark reduziert. Sie steht heute auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen. Wer noch wilde Arnika blühen sehen möchte, findet sie zum Beispiel in den höheren Lagen des Entlebuchs, am Pilatus oder in den Glarner Alpen.
Aromapflege in der Frauenklinik
Arnika gehört zu den Heilpflanzen, die in der Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals seit 2016 in der Aromapflege und der homöopathischen Begleitung eingesetzt werden – besonders nach Geburten, bei Operationswunden und bei muskulären Beschwerden. Naturreines, ätherisches Öl wird von geschulten Pflegefachpersonen gezielt zur Linderung eingesetzt; daneben gehört Arnika in der Geburtshilfe zu den klassischen, homöopathischen Begleitern. Wie alle Heilpflanzen ergänzt sie die schulmedizinische Behandlung, ersetzt sie aber nicht.