Himbeere

Samira Belorf

Kinderspital Zentralschweiz

Frauenklinik Ambulatorium Anmeldung | 2. OG | 21

An dieser Wand wächst ein üppiger Himbeerstrauch in seiner ganzen Pracht: lange, geschwungene Triebe mit gezackten Blättern und vielen reifen, hängenden Beeren, wie man ihn an Waldrändern und Lichtungen rund um Luzern entdecken kann.

Die Himbeere (Rubus idaeus) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist seit Jahrhunderten eine beliebte heimische Pflanze. Die leuchtend roten Sammelfrüchte – jede besteht aus vielen winzigen, einzelnen Steinfrüchtchen – reifen von Juni bis September und sind nicht nur bei Menschen begehrt: Auch viele Vögel und Säugetiere unserer Wälder schätzen die süssen Früchte.

Doch nicht nur die Beeren sind wertvoll: Auch die Blätter der Himbeere haben eine lange Tradition in der Pflanzenheilkunde. Ein Tee aus den getrockneten Himbeerblättern wird seit Jahrhunderten in der Frauenheilkunde eingesetzt – besonders zur Geburtsvorbereitung. In den letzten sechs bis acht Wochen der Schwangerschaft kann der regelmässige Konsum die Gebärmuttermuskulatur unterstützen, das Bindegewebe lockern und auf die Geburt einstimmen.

Heilpflanzen in der Hebammenbegleitung In der Hebammenpraxis der Frauenklinik wird der Himbeerblättertee als traditionelles Hausmittel zur Begleitung der Spätschwangerschaft eingesetzt – als sanfter Begleiter, der die schulmedizinische Betreuung ergänzt. Daneben setzt die Frauenklinik des Luzerner Kantonsspitals seit 2016 auch die Aromapflege mit ätherischen Ölen wie Muskatellersalbei oder Rose ein. Pflanze und Pflege gehen hier Hand in Hand.

Die Himbeere ist ausserdem ein Treffpunkt für Insekten: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge besuchen ihre kleinen weissen Blüten, die im Mai und Juni erscheinen. Eine einzige Himbeerstaude kann in einer Saison Tausende Insekten ernähren – ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität in unseren Wäldern.

Die Wandillustration, die Sie hier sehen, zeigt eine Pflanze, die für unsere Region und für die Frauenheilkunde gleichermassen bedeutend ist – wild im Wald und behutsam begleitend in der Geburtsmedizin.

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