Maikäfer
Anja Wicki
Kinderspital Zentralschweiz
Bettenstation Kispi | 4. OG | Wand D
Schau mal – hier brummt’s durch die Luft!
Auf der Wand fliegen drei Maikäfer mit weit ausgebreiteten Flügeln durchs Bild.
Maikäfer sind eindrucksvolle, ziemlich grosse Käfer – etwa drei Zentimeter lang. Du erkennst sie sofort an ihren fächerförmigen Fühlern: Die kleinen Plättchen, die wie ein winziger Fächer am Kopf sitzen, sind hochsensible Geruchsorgane. Mit ihnen riecht der Maikäfer nicht nur Blüten und Bäume, sondern findet auch seinen Partner. Spannend: Männchen haben sieben Plättchen am Fühler, Weibchen nur sechs. So kann man die beiden Geschlechter direkt am Fühler erkennen – fast wie ein eingebauter Steckbrief!
Tagsüber sitzen Maikäfer meist still auf einem Blatt und ruhen sich aus. Doch sobald die Sonne untergeht, beginnen sie ihren Flug – mit einem lauten, brummenden Geräusch, das ein bisschen wie ein winziger Hubschrauber klingt. Maikäfer fressen besonders gerne Eichen-, Buchen- und Obstbaumblätter.
Bevor ein Maikäfer fliegen kann, hat er allerdings schon ein langes Leben hinter sich: Drei bis vier Jahre lang lebt er als dicker, weisser Engerling tief unter der Erde und frisst an Wurzeln. In seinem letzten Winter als Engerling verpuppt sich die Larve etwa einen Meter tief unter der Erde. Während es oben schneit, wird er im Boden zu einem jungen Käfer! Im Frühling krabbelt er hinaus ans Licht.
Maikäfer leben in sogenannten Stämmen, also grossen Gruppen von Maikäfern zusammen. Drei Jahre lang sieht man fast keine Maikäfer, bis im vierten oder fünften Jahr sehr viele auf einmal aus der Erde kommen. Dann spricht man von einem Massenflugjahr. Das kann für junge Bäume ganz schön ungemütlich werden! Dafür ist es praktisch für die Käfer, so gibt es viel Auswahl bei der Partnersuche.
Solche 'Maikäferjahre' waren in der Schweiz früher so häufig, dass es in einigen Gegenden sogar „Maikäferferien" für Schulkinder gab – sie sollten beim Sammeln der Tiere helfen, weil die Käfer ganze Bäume kahl gefressen hätten. Heute sind Maikäfer durch jahrzehntelangen Pestizideinsatz seltener geworden, aber seit den 1980er-Jahren erholen sich ihre Bestände langsam wieder.
Aufgabe:
Schau dir die Fühler der Käfer an der Wand genau an. Wie viele Plättchen haben sie? Dann weisst du, ob es Weibchen oder Männchen sind.
Die Verwandlung vom Engerling zum Maikäfer nennt man Metamorphose. Kennst du noch andere Tiere, die sich so verwandeln?
Wenn Lust hast: Mal dir einen vierten Maikäfer, der gerade aus der Erde auftaucht – nach ungefähr drei Jahren Engerling-Leben endlich ans Licht.